Unsere Geschichte
Anfang des 20. Jahrhunderts – Die Insel
Das Gebiet, auf dem sich heute der Campingplatz befindet, existierte bis in die frühen 1900er Jahre gar nicht. Der südlichste Rand des Campingplatzes war eigentlich eine Insel. Ihre Existenz ist nur durch Landkarten aus dem vorherigen Jahrhundert bekannt, während ihre endgültige Bestimmung – auch wenn es keine zuverlässigen Quellen gibt – höchstwahrscheinlich auf die Verlängerung des bestehenden Straßenbahnnetzes nach Norden zurückzuführen ist, wodurch das gesamte Gebiet trockengelegt und die Insel mit dem Festland verbunden wurde.
1917 – Die Straßenbahn
Die gesamte Fläche wurde für den Bau eines Umschlagplatzes benötigt, um Güter von den Straßenbahnwagen auf die auf dem See fahrenden Lastkähne und umgekehrt zu transportieren. Der Bahnhof mit angeschlossenem Anlegeplatz befand sich in dem Teil des Campingplatzes, der heute vom Schwimmbad eingenommen wird. In unserer Bar ist dies auf einer der bekanntesten Fotoaufnahmen aus dieser historischen Zeit des Ortes zu sehen. Die genannte Straßenbahn wurde ab 1881 schrittweise gebaut, um die Hauptstadt Brescia mit dem oberen Tal sowohl für den Personen- als auch für den Güterverkehr zu verbinden. Sie wurde dann während des Ersten Weltkriegs für Kriegszwecke genutzt und sollte bis zum nördlichen Ende des Sees, der damals die Staatsgrenze zwischen dem Königreich Italien und der Österreichisch-Ungarischen Monarchie bildete, verlängert werden. Die Strecke Vestone-Idro, deren Endstation und nördlichster Punkt der Güterbahnhof von Gròtole war, wurde genau während des Krieges geplant und gebaut.
1929-1930 – Die Versteigerung
Mit der schrittweisen Stilllegung der Straßenbahnnetze in der gesamten Provinz war der ein Jahrzehnt zuvor eingeweihte Abschnitt einer der ersten, der aufgegeben wurde, und einige der Flächen, auf denen sich das Gleisbett befand, wurden von der Gemeinde versteigert. Auf diese Weise erwarb Silvio Gasparini (1897-1954) das Grundstück sowie das Gebäude, in dem sich noch heute die angrenzende Trattoria befindet. Er wollte ein Restaurant im Erdgeschoss betreiben, eine Wohnung für seine Familie in den oberen Stockwerken einrichten und die weitläufige Wiese für landwirtschaftliche Zwecke, wie den Anbau von Getreide und eine kleine Viehzucht, nutzen.
1959 – Die Gründung des Campingplatzes
Dreißig Jahre später weckte die reizvolle Lage des Grundstücks direkt am See das Interesse des Niederländers Cornelius Vogelezang. Zusammen mit seinen Söhnen Albert und Harry schlug er den neuen Erben des Grundstücks, Leandro Gasparini (1926-2014) und seiner Frau Olga (1927-2010), vor, darauf einen Campingplatz zu errichten. Mit großer Weitsicht - dieser Sektor war zu dieser Zeit in Nordeuropa bereits etabliert, in unseren Breitengraden jedoch noch in den Kinderschuhen - betrieben die Niederländer den Campingplatz mehrere Jahre lang als Pächter. Dank der hervorragenden Auslastung, vor allem aus ihrem Heimatland, fragten sie die beiden Eigentümer schlussendlich um den Kauf des gesamten Anwesens.
1967 – Der Wechsel in der Geschäftsführung
Olga und Leandro, die vier Kinder zu versorgen hatten und daher auf eine angemessene Einkommensquelle angewiesen waren, beschlossen, das Angebot nicht nur abzulehnen, sondern sogar selbst die Leitung der touristischen Einrichtung zu übernehmen. Das war für sie eine echte Herausforderung, da sie keinerlei Erfahrung in diesem Bereich hatten, und sich ihre Fremdsprachenkenntnisse nur auf das Französisch beschränkten, das Leandro während seiner Schulzeit in Frankreich gelernt hatte, wo er geboren war und seine Kindheit verbracht hatte, bevor seine Familie endgültig nach Italien zurückkehrte. Auf diese Weise begann die Geschichte des Campingplatzes Venus der Familie Gasparini; im Zeichen der Kontinuität wurde jedoch beschlossen, den von den früheren Betreibern gegebenen Namen nicht abzuändern.
Die 70er Jahre – Die Erweiterung
Unabhängig davon, welche Schwierigkeiten auftraten, wurden sie vom Ehepaar so brillant gemeistert, dass die verfügbare Fläche bereits nach wenigen Jahren nicht mehr ausreichte und durch den Kauf eines angrenzenden Grundstücks im nördlichen Teil erweitert wurde. Gleichzeitig wurde ein zweiter Sanitäranlagenblock gebaut und man passte sich den veränderten Bedürfnissen der Camper an, indem man Stellplätze mit genau definierten Abmessungen und Grenzen anlegte; bis dahin gab es keine Platzbeschränkungen und die Wahl des Stellplatzes lag im Ermessen des Gastes. Innerhalb weniger Jahre wurden so mehr als hundert neue Bäume gepflanzt, die nicht nur als Begrenzung dienen, sondern auch den notwendigen Schatten spenden und zudem das auffälligste Element des gesamten Campingplatzes darstellen.
1998 – Die zweite Generation
Von den vier Kindern von Olga und Leandro übernahmen die drei Jüngsten die Leitung des Unternehmens: Silvia (1954), Adriano (1959) und Diana (1960). Wie ihre Eltern kümmerten sie sich persönlich um alle Aufgaben; vom Empfang der Gäste über die Instandhaltung, die Leitung der Bar und des Ladens bis hin zur Buchhaltung, und trugen so zu der familiären Atmosphäre bei, die unsere Gäste auch heute noch sehr schätzen.
2000-2006 – Zeit der Erneuerungen
Die ersten Jahre des neuen Jahrtausends waren von wesentlichen Veränderungen geprägt: Zunächst wurde der Hauptsanitäranlagenblock renoviert, vier Jahre später folgte die Erweiterung des zweiten Blocks. Außerdem wurde die Einfahrt zum Campingplatz durch eine Verbreiterung der Straße verbessert, um die Durchfahrt von Wohnwagen und Wohnmobilen zu erleichtern, da sowohl die Anzahl als auch die Größe dieser Fahrzeugtypen im Vergleich zu den ersten Jahrzehnten der Tätigkeit zugenommen hatte. Damals waren fast alle Urlauber mit Autos oder Motorrädern und Zelten unterwegs. Die wenigen Wohnwagen, die unterwegs waren, waren klein, und die einzigen Wohnmobile auf den Straßen waren die berühmten und weniger voluminösen Bulli von Volkswagen. Die wichtigste Maßnahme war jedoch der Bau eines Schwimmbads auf dem Seeufergelände in der Nähe des Spielplatzes, das ursprünglich von einigen Stellplätzen eingenommen wurde und zu Beginn der Saison 2006 eingeweiht wurde.
2017 – Das fünfzigjährige Jubiläum
Der erste Tag im August 2017 war das Datum, das für die Feier des 50-jährigen Jubiläums des Campingplatzes unter der Leitung der Familie Gasparini gewählt wurde. Es war Anlass für ein besonderes Fest mit Hüpfburgen für die Kinder, Musik, Erfrischungen und natürlich dem Anschneiden der Jubiläumstorte, an dem alle anwesenden Gäste teilnahmen, von denen einige diesem Ort so verbunden sind, dass sie seit Jahren oder sogar Jahrzehnten regelmäßig hierherkommen.
2023 – Die dritte Generation
Matteo und Paola, die Kinder von Adriano und Silvia, sind die dritte Generation der Familie, die die Leitung des Campingplatzes übernommen hat. Nachdem sie viele ihrer Sommer damit verbracht haben, aktiv mitzuarbeiten und im Laufe der Jahre immer mehr Aufgaben und Verantwortlichkeiten übernommen hatten, die zuvor eine Ergänzung zu ihrem Studium waren, haben sie diese schlussendlich zu ihrer Hauptbeschäftigung gemacht, so wie es ihre Eltern, Onkel und Tanten mit ihren Großeltern getan haben. Das erste Jahr der beiden Cousins fiel mit der Feier eines weiteren wichtigen Jubiläums zusammen: Für den treuen Gast Koos aus den Niederlanden waren seit seinem ersten von vielen ununterbrochenen Aufenthalten auf unserem Campingplatz, wo er jeden Sommer für mehr als einen Monat verbrachte, meist auf seinem Lieblingsstellplatz Nr. 108, sechzig Jahre vergangen. Zu diesem Anlass überreichten wir ihm eine Gedenktafel und der Bürgermeister von Idro übergab ihm eine Anerkennungsurkunde.